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Zu sehen sind über 4.500 (!) alphabetisch sortierte Wortbildungen mit "Holz" - zusammengefasst im so genannten Holzalphabet auf
24 gerahmten Tafeln.
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In der Eröffnungsrede am 28.08.2004 von Claudia Berger-Jenkner, Nordenham, zur 1. Ausstellung "HOLZ_ERINNERT_... Skulpturen, Fotografien, Wörter" im
Kulturzentrum Seefelder Mühle hieß es zu dem Ausstellungsschwerpunkt Wörter:
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"Die Skulpturenausstellung erfährt noch eine weitere Ergänzung durch das... so genannte Holzalphabet...
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Die Idee zu einer Sammlung von Wortbildungen mit Holz entstand so: Franz Musiol las eines Tages den Ausspruch des ersten
Präsidenten der Bundesrepublik, Theodor Heuss, der da lautet: 'Holz ist ein einsilbiges Wort - aber dahinter steht eine
Welt voller Märchen und Wunder.'
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Diese Worte sollten Franz Musiol nicht mehr loslassen und führten dazu, dass er parallel zu seiner Arbeit an den
Skulpturen aufmerksam wurde auf zahlreiche Erwähnungen von Holz in Romanen, Gedichten, Ausstellungskatalogen, Büchern
über Kunst oder Fachbüchern über Holz. Er begann, diese Begriffe zu sammeln. Was immer ihm danach in die Hände
kam, durchforstete er nach neuen weiteren Wortbildungen. Dabei bediente er sich nicht der einfacheren Suchmethode im Internet,
sondern er blieb bei seiner einmal gewählten, konventionellen Suchmethode - und zwar nach Wörtern mit der Silbe 'Holz'
am Wortanfang, in der Mitte oder am Ende.
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Wohin ihn die Sammlung - der 'Wörterschatz' - führen würde, war nicht ganz klar und auch nicht von
vorrangigem Interesse. Auch erlegte sich Franz Musiol einige Beschränkungen auf. So verzichtete er zum Beispiel auf alle
Eigennamen (Orts-, Städte- und Familiennamen) und nahm nur die 250 bis 300 europäischen und außereuropäischen
Holzarten auf, nicht aber alle 25.000 bis 30.000 weltweit vorkommenden.
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Trotzdem kamen mit der Zeit über 4.500 Wortbildungen zusammen, die Franz Musiol alphabetisch ordnete und auf 23
gerahmten Tafeln versammelte. Dazu kombinierte er literarische Texte, die mit ausgesuchten Holzwörtern in diesem
Holzalphabet korrespondieren. Das sind zum Beispiel Gedichte, Romanfragmente, Lexikonzitate oder Aussprüche. Hinzu kommen
dann noch zumeist alphabetisch zugeordnete Furniere in verschiedenen Schnittrichtungen und Aufbereitungsarten...
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Durch die Zusammenstellung von Wortlisten, Textausschnitten und Furnierproben ergeben die Tafeln so ein optisch interessant
und aufwändig komponiertes Kaleidoskop von Strukturen und Texturen.
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Es ergeben sich zwei Möglichkeiten der Wahrnehmung: Man kann die Tafeln sowohl aus der Entfernung als Bilder
wahrnehmen, als auch aus der Nähe als gestaltete Texte inhaltlich begreifen.
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Aus diesen Texten kann man zum Beispiel erfahren, das sich so bekannte Geister wie Hermann Hesse oder Pablo Neruda mit Holz
eingehend beschäftigt haben, oder was es an alten handwerklichen Berufen im Zusammenhang mit Holz gegeben hat...
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Das Ganze drückt eindringlich die ungeheure Vielgestaltigkeit, Vielseitigkeit und Vielfalt von Holz aus - oder einfach die Schönheit
des Holzes."
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In der Eröffnungsrede am 18.09.2005 von Dr. Klaus Eichner, Eberbach, zur 2. Ausstellung "HOLZ_ERINNERT_... Skulpturen, Fotografien, Wörter" in
der Galerie ARTgerecht, Eberbach, hieß es zu dem Ausstellungsschwerpunkt Wörter:
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"Drei Elemente sind es, die das Schaffen Franz Musiols für mich charakterisieren:
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1. Die Skulptur als Ausdruck des Bildhauerisch-Künstlerischen im Umgang mit dem Holz, sichtbar vor Augen in dieser
Ausstellung
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2. Die Sprache als geistig-philosophische Auseinandersetzung mit dem Holz, greifbar in seinem so genannten Holzalphabet
mit über 4.500 Wörtern im Zusammenhang mit Holz, die dann auch wieder zurückführen zum Leitmotiv dieser
Ausstellung
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3. Die Dokumentation, die in den Fotografien hier den Bezug herstellt zum Leben allgemein und zur Biographie des
Künstlers Franz Musiol im Besonderen.
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...Franz Musiol lässt sich ein auf die sprachlich-philosophische Auseinandersetzung mit dem Begriff Holz und
seinen Derivaten und schafft sein so genanntes Holzalphabet, und er lädt uns ein, mit ihm die stolzen 4.500
Holzwörter von A bis Z durchzubuchstabieren. Übrigens zum Vergleich: Der Normalverbraucher kommt mit etwa
insgesamt 1.800 Wörtern aus, in vielen Fällen mit sehr viel weniger.
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'Über 4.500 alphabetisch sortierte Holzwörter präsentieren sich auf 23 gerahmten Tafeln und spiegeln die
erstaunliche Vielfalt von Holz wider - geschichtlich, kulturell, technologisch, in alten und neuen Berufen, in Kunst und
Literatur.'
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...Ich denke, in der geistig-sprachlichen Auseinandersetzung mit dem Holz wird der eigentlich künstlerische Durchbruch bei
Franz Musiol greifbar...
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...Lebenswege sind nicht geradlinig. Irrungen und Wirrungen, Holzwege und Umwege charakterisieren menschliche Existenz. Es
gibt keine Garantie, dass die uns vorgegebenen Ziele uns auch entsprechen, unsere Fähigkeiten und die in uns angelegten
Möglichkeiten auch zur Entfaltung bringen. Die viel gepriesene Tugend der Geradlinigkeit ist mir suspekt, weil ich sie
für eine Fiktion zur Etablierung von Macht halte. Für mich schreibt Gott auch auf krummen Wegen gerade und 'nur tote
Fische schwimmen mit dem Strom', wie es in einem chinesischen Sprichwort heißt.
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Der Künstler in Franz Musiol jedenfalls bricht für mich in dem Moment durch, in dem er die Fesseln abwirft und
sich löst von dem, was ihm eingebläut wurde, und er sich nur noch auf seine Sinne verlässt. Hören, Sehen,
Fühlen, Tasten sind die alten, neu gewonnenen Kriterien. Holz spricht jetzt eine neue Sprache und Franz Musiol fängt
an, sie zu verstehen. Er hat eine neue Ausdrucksform für sich gefunden..."
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