"HOLZ ist ein einsilbiges Wort - aber dahinter steht eine Welt voller Märchen und Wunder."
Irgendwann vor etlichen Jahren las ich diese Worte des ersten Präsidenten (1949 - 1959) der Bundesrepublik Deutschland
- Theodor Heuss. Sie sollten mich nicht mehr loslassen...
(Franz Musiol, Aus dem Vorwort zum Holz-Alphabet, im Sommer 2004)
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Meine Idee in 2002: Hommage an den russischen Bildhauer Alexander Archipenko (1887 - 1964) - seine marmorne Skulptur
"Flacher Torso" (38,5 x 9 x 4 cm) aus dem Jahr 1914 als Vorlage für eine große Skulptur in Walnussholz.
Der etwa 190 cm hohe Walnuss-Stammabschnitt (Mittelstammholz) nach dem Entrinden.
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Nach dem Einsatz der Kettensäge hat der künftige Torso seine ersten Konturen bekommen.
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Zig Arbeitsstunden später: Die Skulptur "Unabhängigkeit" ist so gut wie fertig. Das Einölen und
Wachsen werden den Arbeitsprozess beenden.
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Die Skulptur "Unabhängigkeit" in der Ausstellung "Holz_erinnert_..." 2004 in der Seefelder Mühle.
"...das Schönste an dieser großartigen Ausstellung, Deiner Kunst und Fantasie, Deines Mutes und Deiner
Eingebung ist, dass sie in dieser schönen Mühle, neben Deinem Elternhaus beginnt. Möge die Ausstellung weitere
Stationen haben und vielen anderen Menschen den Blick auf Holz - Natur - Mensch ermöglichen, damit man sich an Struktur,
Form und Aussage freuen kann..."
(Prof. Dr. Reinhard Lieberei, Hamburg, Eintrag im Gästebuch am 15.10.2004)
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"...da steht man vor den Skulpturen und fühlt sich versucht, sie zu berühren.
Und zögert doch. Da ist eine Barriere, die vor solcher Intimität zurückweichen
lässt, die das Fremde, den Anderen spürt und ihn doch nicht ungefragt vereinnahmen mag.
Eine schöne Spannung, die das Sehen verändert.
Und an den Wänden das Alphabet, das völlig überraschend ganz viele Ebenen hat -
zuerst die schöne Aufmachung, der Hintergrund. Doch wenn man beginnt zu lesen, wird man
weggetragen. Eine Meditation..."
(Elisabeth Josch-Kunze, Seefeld, Eintrag im Gästebuch am 18.09.2004)
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"Holz - der Stoff, aus dem die Phantasie gemacht ist! Holz - das Element, das niemals
stirbt, wenn es in derart meisterhafter Weise zu neuem Leben erweckt wird! Kompliment und
Dankeschön!"
(Ria und Friedrich Kluth, Eintrag im Gästebuch am 16.09.2004)
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"Holz_erinnert_... an Stunden, Tage, Wochen oder gar Monate... Holz hat Zeit. Holz gibt
uns Zeit, Nähe und Geborgenheit. Man muss es anfassen, fühlen, um die Formen und
Vielfalt des Holzes zu begreifen. Dieses "Muss" ist ein wunderschönes Erlebnis
bei dieser und der beste Lohn für diese Ausstellung!"
(Heike und Max Eger, Eintrag im Gästebuch am 30.08.2004)
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"Warum beschäftigt sich ein Mensch so eingehend mit Holz? Was ist an Holz so fesselnd?
Als eine mögliche Antwort mag vielleicht ein Zitat aus dem Roman "Der Himmel des Südens" von dem
italienischen Autor Erri de Luca (1999) dienen:
'Wir lernen Alphabete und wissen nicht, wie man Bäume liest.
Eichen sind Romane, Pinien Grammatiken, Rebstöcke Psalmen, Kletterpflanzen Sprichwörter,
Tannen sind Verteidigungsplädoyers, Zypressen Anklagen, der Rosmarin ist ein Lied, der Lorbeer eine Prohezeiung...'
Franz Musiol hat versucht, die Geschichten, die Bäume erzählen, lesbar zu machen."
(Claudia Berger-Jenkner, Auszug aus der Eröffnungsrede am 28.08.2004 zur Ausstellung "Holz_erinnert_..."
im Kulturzentrum Seefelder Mühle)
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"...Schnell sind die Beteiligten handelseinig und der Ansicht, dass ein baumwissenschaftliches Gutachten eingeholt
werden sollte. Das Institut für Pflanzenwissenschaften an der Universität Göttingen erhält per Post ein
zehn Zentimeter dickes und 18 kg schweres Stammscheibensegment. Ende Juli liegt das Ergebnis der Abteilung für Palynologie
auf dem Tisch: die Mooreiche aus Jaderberg war 4000 Jahre verschüttet..."
(Nordwestzeitung/Wesermarschzeitung, am 08.08.2003: "Landwirt stößt auf unbekanntes Objekt")
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"...Im Spätsommer 2004 wird Franz Musiol seine Holzskulpturen, die in den letzten fünf Jahren in Seefeld und in
Eberbach am Neckar entstanden sind, mit einer Ausstellung in der Seefelder Mühle präsentieren. Sicherlich werden dann
auch einige Exponate aus der Jaderberger Mooreiche dabei sein: Nach 4000 Jahren wieder ans Tageslicht befördert, durch die
Hände eines Holzbildhauers belebt und so aus der Vergangenheit in die Gegenwart transportiert..."
(Nordwestzeitung/Wesermarschzeitung, am 08.08.2003: "Bildhauer erfasst die seidig-matte Textur des Holzes")
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"...Die verschiedenen Holzarten haben durch Deinen künstlerischen Gestaltungsprozess
Formen erhalten und die natürliche Schönheit und Vielfalt zum Ausdruck gebracht. Beim
Betrachten der Mooreicheskulpturen wird einem der Begriff 'Zeit' deutlich. Man bekommt
Ehrfurcht und die eigene Endlichkeit wird einem bewusst..."
(Oskar Musiol, Seefeld, Eintrag im Gästebuch am 06.11.2004)
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"...Er beginnt, Holz künstlerisch zu bearbeiten, und versucht, das ganz eigene
Wunder seines jeweiligen Holzstückes aufzuspüren und in der sanften Umformung sichtbar
zu machen. Franz Musiol geht auf Spurensuche im Holz, der umgestürzte Apfelbaum, das
Neckartreibholz zeigen ihm ihre spätere künstlerische Form. Da windet sich fast
unbemerkt ein Frauentorso aus einem weich-braunen Stück, da reckt die schwarze Mooreiche
ihre rauen, knorrigen Tentakel in den Raum..."
(Eberbacher Zeitung, am 21.09.2005: "...Verführung zur Berührung - Vom Techniker zum Künstler)
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"...Beinahe schwarz zeigt sich das edle Holz, voll tiefer Furchen erscheint es in
'Zerrissenheit', fließend und mit seidig glänzender Oberfläche tritt es dem
Betrachter in Skulpturen wie 'Zeitlosigkeit' entgegen..."
(Rhein-Neckar-Zeitung, Eberbacher Nachrichten, am 21.09.2005: "...Spannende Entdeckungsreise in der Galerie ARTgerecht...")
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"'Holz_erinnert_...', im Holz ist die Zeit eingefangen, und das ruft in mir den Archäologen auf den Plan. Jedes in
einem archäologischen Fundzusammenhang entdeckte Holzstück erleichtert die Datierung des gesamten Fundes...
In dieser Ausstellung finden sich verschiedene Skulpturen, gefertigt aus der so genannten Jaderberger Mooreiche, die etwa im
Jahre 2020 v.Chr. gekeimt hat und im Jahre 1717 v. Chr. Starb, um dann im Jahre 2003 n. Chr. aus einem Acker in Jaderberg, im
Landkreis Wesermarsch, geborgen zu werden.
Lässt sich das Leitmotiv: 'Holz_erinnert_...' eindrucksvoller bestätigen als in der Skulptur 'Große Welle', die
hier im Zentrum der Ausstellung steht?"
(Dr. Klaus Eichner, Auszug aus der Eröffnungsrede am 18.09.2005 zur Ausstellung "Holz_erinnert_..." in der Galerie ARTgerecht, Eberbach)
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